Müll in Autos unter der Lupe

Lebensraum Auto. Hier genießen wir auf kleinstem Raum unsere Mittagsmahlzeiten und rauchen genüsslich Zigaretten. Da fällt über die Jahre einiges an Dreck an. Beim genauen Blick unter die Sitze erkennt man dann auch schon mal die Spuren der Vorbesitzer. Wie sauber sind deutsche Autos wirklich?

Horst Veith ist Experte für Matratzenreinigung und zeigt uns bei dem Test, welcher Schmutz sich in den Sitzen so ansammeln kann. Mit dem Mikroskop geht er dem Dreck auf den Grund. Der Autositz ist eine biologische Fundgrube. Mit dem Spezial-Staubsauger holt Horst Veith den Dreck aus den Tiefen der Sitze heraus. Nach nur einer Minute Staubsaugen tritt zu Tage, was sich seit Jahren zwischen den Polstern angesammelt hat. Darunter auch die Hinterlassenschaft der Vorbesitzer. Nur selten wird der Wagen so sauber wie die Wohnung gehalten, meint Horst Veith. Beonders Milbenkot lagert sich ab, und der kann Allergien auslösen. Zusammen mit den Schimmelrückständen ist das für die Atemwege schädlich.

Welche gesundheitlichen Folgen mangelnde Reinigung von Autos haben kann, hat der Unternehmer Ralf Cremer erfahren. Obwohl sein Wagen erst drei Jahre alt und äußerlich gut gepflegt ist, litt er ständig unter Müdigkeit, starken Niesanfällen und Augenreizungen. Erst nach fünf Monaten bemerkte der Unternehmer, dass die Ursache für seine Beschwerden in der Lüftung zu finden ist. Auslöser für sein Leiden waren eine verschimmelte Klimaanlage und ein völlig verdreckter Pollenfilter. Das Problem: Hier sammeln sich alte Blätter, Pollen und verwesende Insekten. Wird der Filter dann undicht, gelangen so schädliche Pilze und Allergene in die Fahrkabine. Der Klimatechniker Axel Holler hat einige Kunden mit Atembeschwerden. Damit sich der Schimmel nicht in der Lüftung breit macht, sollte man den Pollenfilter mindestens alle zwei Jahre wechseln.
Darauf achtet jetzt auch Ralf Cremer, denn mit dem neuen Pollenfilter hat er nur noch selten allergische Reaktionen.

Der Dreck in unseren Autos, wie gefährlich ist er nun für die Gesundheit? Wir wollen die Krankheitserreger ausfindig machen, die wir täglich mit unserem Schmutz füttern. Taschentücher, Haargummis und Essensreste - wir nehmen ein paar Abklatschproben von verschiedenen Autos. Zum Die Proben von sieben Autos geben wir ins Labor. Nach einer Woche sind die Ergebnisse der Abklatschproben aus den Innenräumen der Autos fertig. Auf den verschiedenen Nährböden haben sich mittlerweile eine Vielzahl von bunten Pilz-Kolonien breit gemacht. Meistens handelt es sich um Schimmel der unappetitlich aussieht, aber in dieser Konzentration noch relativ harmlos ist. Allerdings hat Dr. Martin Strohmeyer vom Institut für Schädlingsanalyse auf den Sitzen auch Fäkalbakterien in enorm hohen Mengen entdeckt. Einmal übertragen, fühlen sich die Keime im feuchten Sitz besonders wohl. Die Armaturen der getesteten Autos waren dagegen kaum von Bakterien und Pilzen besiedelt, da die benötigte Feuchtigkeit auf den glatten Oberflächen fehlt.

Bevor sie das nächste mal mit dem Imbiss ins Auto steigen und sich an Pommes und Eis erfreuen, sollten sie vielleicht vorher erst mal einen Blick zwischen die Sitze werfen. Es gilt die Hausfrauenregel: Vor und nach dem Essen, saugen nicht vergessen.



Quelle: www.rtl.de