Klimaanlagen
Teure Reparaturen durch falsche Bedienung.

Fast jeder Kleinwagen hat heute eine Klimaanlage. Was kaum ein Autobesitzer ahnt: Schon nach 3 bis 4 Jahren kann so eine Klimaanlage undicht werden. Ärgerlich, wenn die Herstellergarantie gerade abgelaufen ist. Der größte Skandal aber ist, dass selbst die Vertragswerkstätten nur selten wissen, wie man kollabierte Klimaanlagen repariert. Die teure Zeche zahlt der Kunde.

Gerade bei großer Hitze lässt die Konzentration des Fahrers in einem Auto ohne Klimaanlage drastisch nach. Noch schlimmer ist, wenn die Seitenscheiben heruntergelassen werden, denn dann drohen Zugluft und Erkältungsgefahr. In einem Fahrzeug mit Klimaanlage bleiben Autofahrer und Passagiere länger fit.

Auch im Winter hat eine Klimaanlage Vorteile. Der eingebaute Luftentfeuchter sorgt dafür, dass beschlagene Scheiben schneller abtauen. Außerdem erzielen Gebrauchtwagen mit Air Condition beim Wiederverkauf höhere Preise. Doch die meisten Klimaanlagen funktionieren nur die ersten drei bis vier Jahre fehlerfrei. Hauptgrund dafür ist die falsche Bedienung. Denn um Sprit zu sparen, lassen viele Autofahrer ihre Klimaanlage in der kühlen Jahreszeit ausgeschaltet, was zur Folge hat, dass die Klimaanlagen regelrecht austrocknen. Das heißt, die Dichtungen werden spröde, die Anlagen undicht und das Kältemittel entweicht.

Am häufigsten tritt der Klimakollaps bei Autos mit Saisonkennzeichen auf, weil diese über Monate hinweg unbenutzt in der Scheune parken. Auch Gebrauchtwagen mit langen Standzeiten sind betroffen. Experten schätzen, dass schon nach 2 Monaten Stillstand mehr als 75 Prozent der Klimaanlagen undicht sind. Das kann ein teurer Spaß werden. Denn die Instandsetzung der Klimaanlage kostet zwischen 1.000,- und 2.000,- Euro. Allein die Befüllung mit Kältemittel schlägt in den Werkstätten mit zirka 300,- Euro zu Buche. Sehr oft jedoch scheitert der Reparaturversuch.

Beim Klima-Hersteller WAECO ist man den permanenten Undichtigkeiten schon seit langem auf der Spur. Doch damit ist das Problem in den Werkstätten nicht gelöst.

Thorsten Froböse von der Firma WAECO erklärt:
„ Wir haben nach wie vor das Problem, dass das Thema Fahrzeugklimaanlagen bei der Kfz-Mechanikerausbildung recht stiefmütterlich behandelt wird. Bei den Markenwerkstätten besteht immer noch ein hoher Nachholbedarf an Fachpersonal. Da das Thema original installierte Klimaanlagen erst in den letzten Jahren ganz groß rausgekommen ist. Und es ist es ist bis heute bei den meisten Fahrzeug-Herstellern nicht im Inspektionsplan für das Fahrzeug aufgeführt.“

Eigentlich ist das unverständlich, denn Klimaanlagen sind keineswegs wartungsfrei. Würden sie regelmäßig kontrolliert, blieben Autobesitzern teure Reparaturen erspart. Experten schätzen, dass weltweit keine einzige Klimaanlage im Auto dicht ist. Das heißt, dass jedes Fahrzeug pro Jahr zirka 10 bis 20 Prozent seines umweltschädlichen Kältemittels verliert. Doch das ist noch nicht alles: Wenn wirklich etwas kaputt geht, werden die ahnungslosen Kunden regelrecht abgezockt. Denn bei der Klimainstandsetzung werden unter anderem Ersatzteile ausgetauscht, die eigentlich gar nicht kaputt sind.

Axel Holler von der Firma Autoclima dazu:
„ Mit einer Trocknerpatrone wird in anderen Fachwerkstätten sehr viel Geld gemacht, weil sie immer getauscht werden. Nach unserer Meinung muss das nicht sein, denn in Bierkühlanlagen zum Beispiel hält eine Trocknerpatrone bis zu 20 Jahre.“

Unser Rat:

Autobesitzer sollten ihre Klimaanlage mindestens einmal pro Woche einschalten. Die Klimaanlage sollte auch wenigstens alle zwei Jahre überprüft werden. Für Gebrauchtwagenkäufer ist es unerlässlich zu prüfen, ob die Klimaanlage auch tatsächlich funktioniert. Fachbetriebe helfen da gerne weiter. Ist die Klimaanlage kaputt, sollte man nie zur nächstbesten Werkstatt um die Ecke fahren, sondern man sollte sich vorher erkundigen, welcher Meisterbetrieb auf Klimaanlagen-Reparaturen spezialisiert ist.

Quelle: www.swr.de

Der obige Text gibt den Inhalt des Beitrags der Sendung ARD Ratgeber Auto & Verkehr vom 03.08.2002 wieder