Wenn die Auto-Klimaanlage krank macht

Kaum ein Auto kommt heute noch ohne sie aus – die Klimaanlage. Sie sorgt einfach auf Knopfdruck für angenehme Temperaturen im Innenraum. Seit gut 15 Jahren wird in fast alle Anlagen ein Pollenfilter eingebaut. Dies sorgt für frische Luft und hat besonders für Allergiker einen großen Vorteil. Es gelangt kein Blütenstaub ins Fahrzeuginnere – normalerweise. Doch so ein Filter hält nicht ewig. Bei mangelnder Wartung der Klimaanlage kann diese den Fahrer auch unter bestimmten Umständen krank machen. Servicezeit: Mobil hat verdreckte Pollenfilter genauer unter die Lupe genommen.

Das Frühjahr ist für Allergiker wie den Kölner Peter K. eine schreckliche Jahreszeit. Denn wenn Birke, Eiche, Raps und Löwenzahn blühen, dann läuft seine Nase, die Augen tränen, und er muss gegen ständigen Niesreiz kämpfen.

Wer sein Auto häufig nutzt und dabei die Klimaanlage einschaltet, kann noch mit weiteren allergischen Reaktionen rechnen. Immer häufiger klagen Autofahrer über Beschwerden. Im Auto kommt es durch verdreckte Pollenfilter zu wesentlich höheren allergenen Konzentrationen als außerhalb, sagt Dr. Gero Quante, Hals-, Nasen-, Ohrenarzt an der HNO-Uniklinik Köln.

Pollenfilter regelmäßig wechseln

Deshalb ist es ratsam, den Pollenfilter in der Autoklimaanlage regelmäßig zu tauschen. Der Klimaanlagenexperte Axel Holler empfiehlt einen Wechsel alle 8.000 bis 10.000 Kilometer. Die Werksangaben einiger Autohersteller, die schon einmal von einem Intervall von 30.000 Kilometern sprechen, findet er zu lang. Denn schon nach einem Jahr sammeln sich in den Lamellen des Pollenfilters Staub, Blätter und abgestorbene Insekten. Dadurch wird die Funktion des Filters erheblich reduziert. Die Folge sind hohe Staubkonzentrationen, die im Wageninnern verwirbelt werden. Leider wird die Wartung der Filter jedoch noch immer zu selten durchgeführt, beklagt Holler.

Zum einen scheuen die Autobesitzer den Wechsel, weil sie zu hohe Kosten befürchten. Zum anderen gehört der Check der Klimaanlage bei vielen Autofirmen nicht zur normalen Inspektion. Es kommt daher auch vor, dass der Klimaexperte einen ganz alten Filter unter der Motorhaube findet.

Eine Kundin berichtet Axel Holler, sie sei regelmäßig zur Inspektion gefahren, dabei sei auch ihr Pollenfilter gewechselt worden. Trotzdem gab es unangenehme Gerüche im Wagen. Ein Blick auf den Pollenfilter zeigte dem Fachmann, dass dieser noch aus dem Jahr 1997, dem Baujahr des Autos, stammte. Die Kundin war betrogen worden – und zudem auch noch Allergikerin.

Klimacheck mindestens alle zwei Jahre
Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte der Wagen nicht nur einer turnusmäßigen Inspektion unterzogen werden, auch die Klimaanlage muss regelmäßig gecheckt werden – mindestens alle zwei Jahre. Er dauert in der Regel nicht länger als eine Dreiviertelstunde.

• Folgende Punkte sollte der Klimacheck beinhalten:
• Kältemittel absaugen und reinigen lassen
• Kältemittelstand messen
• Sichtprüfung der einzelnen Anlagenteile, zum Beispiel auf Steinschlag
• Pollenfilter prüfen oder besser noch wechseln
• bei Bedarf Kältemittel auffüllen

Der gesamte Klimacheck kostet je nach Fahrzeugtyp zwischen 80 und 130 Euro. Er erhöht die Lebensdauer einer Klimaanlage, und wer auf den Check verzichtet, dem drohen schnell höhere Kosten. Wenn zum Beispiel wegen des fehlenden Kühlmittels der Kondensator nicht mehr richtig geschmiert wird, sind schnell 1.000 bis 2.000 Euro fällig. Der regelmäßige Check erspart einem nicht nur teure Reparaturen, sondern hilft Allergikern auch, besser durch den Frühling zu kommen.



Quelle: www.wdr.de