Klimaexperte Holler in seiner Werkstatt unter dem Bahndamm in Köln Ehrenfeld.

Klima-Katastrophe.

Die Klimaanlage wird bei der Wartung häufig vernachlässigt. Das ist ein Fehler.

Wer heute ein Auto kauft, der verzichtet in der Regel nicht mehr auf die Klimaanlage-ganz gleich, ob es sich um einen Neu- oder Gebrauchtwagen handelt. Die Kunden sehen dieses Ausstattungsmerkmal mittlerweile als selbstverständlich an.

Was jedoch die meisten Autofahrer nicht wissen: Die Anlage sollte regelmäßig gewartet werden. Aber genau hier liegt das Problem. Bei einigen Fahrzeugbauern taucht die Klimaanlage nicht in den Inspektionsplänen auf. Begründung: Sie sei eingeschlossenes und somit ein Wartungsfreies System. Es sei ausreichend, wenn der Händler eine Funktions- und Sichtskontrolle durchführt.

Das ist ein Irrglaube: Durch Schläuche und systembedingte Leckagen gehen im Jahr bis zu 15 Prozent der Füllmenge verloren. Nach zwei Jahren fehlt somit fast ein Drittel der wichtigsten Flüssigkeit, was zu einer Abnahme der Kühlleistung führen kann und den Verschleiß der Anlage erhöht. Mit dem Kältemittel geht auch das Schmiermittel verloren. Die Gefahr eines Kompressor-Schadens steigt. Und die Reparatur ist ein teuerer Spaß: Sie schlägt mit 1000 bis 2000 Euro zu Buche. Daher ist es wichtig, alle zwei Jahre die Klimaanlage zu überprüfen. Doch nicht alle Markenwerkstätten sind dazu in der Lage, wie sie zum einen nicht notwendige Werkzeug besitzen und es zum anderen an geschultem Personal fehlt. Darauf müssen Kunden achten. An einer Klimaanlage sollten nur Mechaniker mit einem entsprechenden Sachkundenachweis arbeiten.

So gibt es am Markt Fachbetriebe, die diese Inspektionen durchführen können- wie zum Beispiel viele Bosch-Dienste oder Auto-Teile-Unger-Betriebe. Es existieren aber auch angewiesene Spezialisten auf diesem Gebiet wie die Firma Autoclima Kornweibel in Köln (www.autoklima-koeln.de). Geschäftsführer Axel Holler erklärt, dass die Wartung meist nicht aufwendig sei. Es reichte bei intakten Anlagen, das fehlende Kaltmittel auszugleichen und das System auf Dichtheit zu prüfen. Der Kunde zahle bei ihm dafür je nach Fahrzeug zwischen 80 und 120 Euro.

In Markenwerkstätten, die Inspektionen an der Anlage vornehmen dürfen, kann der Kunde schon mal das Doppelte zahlen. Experte Holler nennt die Gründe: „Viele Betriebe tauchen bei der Wartung auch gleich die Trockenpatrone mit aus, die für Luftentfeuchtung des System zuständig ist.“ Doch das sei nicht immer notwendig. „Bei vergleichbaren Bierkühlanlagen hält das Bauteil bis zu 20 Jahre“, so der Fachmann.

Darüber hinaus ist zu beachten: Bei ständiger Wartung setzen sich nur schwer Bakterien oder Pilze im System ab, die später für die üble Gerüche sorgen. Und noch ein Tipp: Die Lebensdauer einer Anlage erhöht sich , wenn sie mindestens einmal pro Woche für zehn Minuten in Betrieb ist- das gilt auch im Winter. Dadurch werden Dichtungen nicht porös und alle beweglichen Teile geschmiert.


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11/2004